Walter Hauberger
 

 

Walter Hauberger wurde 1934 geboren und da sein Vater 1936 verstarb, von seiner allein erziehenden Mutter aufgezogen. Sie war Hilfsarbeiterin, seit 1930 arbeitslos und dann Fürsorgerentnerin. Prägend waren für sein Leben die Erzählungen über die Erlebnisse der schwangeren Mutter und über den Februar 1934 in den Bauten am Laaerberg und die ständige und bittere Not als Begleiter. Die Volksschule besuchte er in Wien 10., der Eintritt in die Napola wurde von der Mutter verhindert. 1944 besuchte er die Oberschule für Jungen in Wien 10., Jagdgasse., allerdings nur die erste Klasse. Die tägliche Wanderung und Flucht mit Holzkoffer und Siebensachen in den vermeintlichen sicheren 6.Bezirk hat er ebenso noch in starker Erinnerung wie die letzten Stunden vor dem Einmarsch der Russen. Hauberger maturierte 1952, auch in ev. Religion. Superintendent Georg Traar versuchte, ihn zum Theologiestudium zu bringen. Der Ausspruch eines Gemeindepfarrers: „Aus dir wird nie ein richtiger Pfarrer!“ habe den Ausschlag für sein späteres Leben gegeben. 1953, zu Zeit der großen Jugendarbeitslosigkeit war Hauberger 3 Jahre kirchlicher Angestellter bei geringsten Bezügen. 1956 trat er in die Firma Freissler Aufzüge (später Otis) in Wien 10., ein.

Bald wurde er Mitarbeiter an der damaligen Jugendzeitung „das banner“ und schrieb unzählige Beiträge unter der Rubrik „das aktuelle Wort“ (unter „Hau“). Als Leiter der Jungen Gemeinde der Christuskirche war er 10 Jahre bis 1966 tätig. Danach folgte die Wahl in die Jugendkammer und dann in die „Ständige Vertretung“ (Leitungsgremium der Evangelischen Jugend Österreich), zusammen mit Ernst Gläser, Robert Kauer, Maria Hladky und Harald Uhl. 1956 wurde er in die Gemeindevertretung gewählt und 1960 ins Presbyterium der Christuskirche. 1960 begann er mit dem Nachrichtenblatt „Sonne und Schild“, das er bis 1989 führte. Seine Reisen führten ihn mit Delegationen der EJ in die DDR und besonders nach Moskau und Sagorsk auf Einladung des Komsomol - ein Vorlauf des Besuches des OKR beim Heiligen Synod der Orthodoxen Kirche.

 

Von 1961 bis 1993 begann die Zusammenarbeit mit Zentralsparkasse (später BANK AUSTRIA): eine Aktion, an die sich noch viele erinnern können, war die Aktion „Spargutscheine für KonfirmandInnen“. 20.000 Jugendliche bekamen einen Gutschein für das erste Sparbuch. So wurde Walter Hauberger vom Generaldirektor der Zentralsparkassa mit dem „Goldenen Sparefroh“ ausgezeichnet, der Geldpreis wanderte in Sonne und Schild.

 

Im Juli 2005 gab Walter Hauberger ein Buch mit dem Titel „... zum Dienst gerufen. Jugendleiter berichten in persönlichen Zeugnissen über 85 Jahre evangelische Jugendarbeit in Österreich“ heraus. Die Berichte über Gründerinnen und Gründer und WeggefährtInnen in der evangelischen Jugendarbeit bilden ein Zeugnis, das den Weg von Walter Hauberger auszeichnete und bei dem er selbst mitgegangen war.

http://museum.evang.at/content/die-anfaenge-der-jugendarbeit-nach-1945

Für seine zahlreichen Verdienste wurde Walter Hauberger, einer der engagiertesten ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Wien, 23 Jahre bis 1989 war er Schatzmeister der Gnadenkirche, im September 2006 mit einem Festgottesdienst und einer Laudatio von Altsuperintendent Mag. Werner Horn geehrt.

 

Ausgezeichnet wurde er am 5.12.2006 mit dem Ehrenring der Stadt Wien durch Bezirksvorsteherin Moispointner.

 


 
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